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Arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit

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Arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit

Es ist fast schon ein Standard: Nach erfolgter Kündigung des Arbeitsvertrages durch den Arbeitgeber flattert nach wenigen Tagen das Arztzeugnis ins Haus, wonach der entlassene Arbeitnehmer oder die entlassene Arbeitnehmerin ab sofort zu 100% arbeitsunfähig sei. Oder es wird bereits vor der erwarteten Entlassung auf der „psychischen Geige“ gespielt.

Es stellt sich in der Folge u. a. oft heraus, dass der oder die entlassene ArbeitnehmerIn während der ärztlich bestätigten Arbeitsunfähigkeit aktiv und intensiv eine neue Stelle sucht. Ein Indiz dafür, dass man vielleicht doch nicht ganz so krank ist? Damit kann das Konzept der Sperrfirsten sinnentleert werden: Die Sperrfrist dient dem Schutz des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin vor dem Verlust des Arbeitsplatzes in Zeiten, in welchen es schwer ist, während der Kündigungsfrist eine neuen Arbeitsstelle zu finden.

Das erwähnte Indiz der Arbeitssuche braucht es aber nicht einmal, damit eine Sperrfrist nicht anwendbar ist:

Bis vor wenigen Jahren wurde der zeitliche Kündigungsschutz (Sperrfristen) vor allem in stress oder anderweitig psychisch bedingten Fällen nie in Frage gestellt. Ab 2010 änderte sich dies. Wesentliche Autoren und Teile der Lehre gehen heute davon aus, dass die Sperrfristen in gewissen Fällen nicht gelten. Die These ist zwar umstritten, aber kantonale Entscheide unterstützen sie in der Zwischenzeit. Das Bundesgericht hat sich dazu noch nicht geäussert, aber in einem Entscheid im Jahre 2013 immerhin schon eine gewisse Tendenz in jene Richtung angedeutet. Wenn die Arbeitsunfähigkeit bzw. ihr Grund nur auf den bestimmten Arbeitsplatz des/r Arbeitnehmers/in zurückzuführen ist, kommen unter Umständen die gesetzlichen Sperrfristen nicht zur Anwendung!

Ein Arztzeugnis, eingereicht nach der Kündigung, wegen Burnouts oder anderer stressbedingter Krankheit kann zwar - muss aber nicht per se - schon die Auslösung einer allfälligen Sperrfrist bedeuten. Dessen sind sich auch heute noch sehr viele Arbeitgeber nicht bewusst. Es lohnt sich aber in jedem Falle, bei arbeitsbezogener Arbeitsunfähigkeit zu prüfen, ob eine allfällige Sperrfrist tatsächlich anwendbar ist oder nicht.

Krankentaggeldversicherungen haben begonnen, sich dieser neueren Tendenz anzuschliessen. Es lohnt sich, das Thema mit der eigenen Versicherung einmal aufzunehmen.

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